Cuarteto Rotterdam - Yunta de Oro Wie sein Name nicht vermuten lässt, stammt das Cuarteto Rotterdam aus ... Berlin! Dieses klassische Orchester (Klavier, Bandoneón, Violine, Kontrabass) – 3 Frauen und nur ein einziger Mann (Michael Dolak, Bandoneónist) – stellt hier eine CD mit sage und schreibe 17 Titeln und einer Spielzeit von insgesamt 65 Minuten vor. Da bekommt man was für sein Geld! Aber natürlich hat dieser Gesichtspunkt nur eine Bedeutung, wenn der Inhalt stimmt. Und das ist hier der Fall. Wie Gustavo Beytelmann in der kurzen Einführung auf der CD unterstreicht, sind die Trümpfe des Orchesters das professionelle Können seiner Mitglieder und ihre Kenntnis des Tango und seiner Geschichte, die es ihnen ermöglichten, ihren eigenen Klang zu entwickeln. Die Mehrzahl der Arrangements der hier vorgestellten Titel stammt von Michael Dolak oder von Susanne Cordula Welsch (der Violinistin der Gruppe). Doch ist die Zusammenarbeit mit DJ Eniless bei Piazzollas Escualo zu erwähnen, dessen Schlagzeugbegleitung sehr gut mit der Interpretation der Gruppe harmoniert. Die Titel stammen im Wesentlichen aus der Sphäre von Pugliese (Osvaldo Ruggiero oder Osvaldo Pugliese), von Julián Plaza oder von Astor Piazzolla. Auch kann man eine Komposition von Coco Nelegatti, Milonga del serafin, eine sehr gut gemachte versteckte Anspielung auf Milonga del angel von Piazzolla, oder Atrapante von Eduardo Lettera nicht unerwähnt lassen. Wenn ich meine persönliche Meinung äußern darf, so kann ich nur die Interpretation von Titeln wie Yunta de oro oder Amorando hervorheben. Kurz, eine interessante Arbeit eines Orchesters, das noch nicht auf der Bühne aufgetreten ist, das hier eine viel versprechende Arbeit von einwandfreier Qualität abliefert. Eric Schmitt |